Uhren als Wertanlage

Eine lohnende Investition?

Jedes Jahr werden in der ganzen Welt Milliardenbeträge mit Luxusuhren umgesetzt. Dabei haben immer mehr Käufer auch eine eigene Rendite im Sinn. Gerade in den letzten Jahren hat sich das Interesse und Bewusstsein für hochwertige Produkte intensiviert und dazu geführt, dass exklusive Uhren einen Wertzuwachs erhalten. Unter den vielen Luxusuhren das Modell mit dem größten Wertsteigerungspotenzial zu finden ist jedoch nicht leicht und erfordert ein fundiertes Fachwissen des Themas. Wir stellen Ihnen hier einige Kriterien vor, die Ausschlag gebend sein können - und Tipps, worauf sie beim Kauf achten sollten. Viele Experten haben unterschiedliche Meinungen, und eine “Zauberformel” oder Garantie für einen finanziellen Erfolg gibt es leider nicht. Viele der heute sehr begehrten Sammlerstücke sind alte Vintage-Modelle und werden hauptsächlich auf Auktionen gehandelt. Diese Uhren waren zu ihrer Herstellungszeit weitaus weniger bekannt und meist nur einem kleinen Personenkreis zugänglich, da der Vertrieb nicht in weite Teile der Welt hinausging. Viele der heute sehr begehrten Modelle waren zu ihrer Zeit wenig oder weniger populär. Ein Beispiel für eine sehr bekannte Sammleruhr ist ein Edelstahlmodell der Rolex Daytona, deren Wert von ca. 625 Euro in den 70er Jahren bis heute auf mehr als 25.000 Euro gestiegen ist.

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Limitierte Modelle und Handwerkskunst besonders gefragt

Laut dem Online-Uhrenmagazin "watchtime" liegt die Wertentwicklung einer Uhr “zwischen Technizität und Ästhetik”. In dem Artikel kommt Dr. Oliver Hoffmann zu Wort, ein renommierter Experte für Armband- und Taschenuhren. Er behauptet, dass sich die Marken Patek Philippe, Rolex, Audemars Piguet und A.Lange & Söhne sowie Omega am besten als Kapitalanlage eignen. Die Angaben sind jedoch nur richtungsweisende Tendenzen, die durch Faktoren wie Exklusivität und Markenstabilität bestimmt werden. Generell erzielen hochwertige Marken die konstantesten Preise an den Märkten und sind daher am empfehlenswertesten.

Besonders historische Uhren, beispielsweise aus den sechziger oder siebziger Jahren von Schweizer Herstellern, sind begehrte Sammlerobjekte und versprechen damit eine höhere Wertsteigerung. Manche Experten sind der Meinung, dass kleinere Manufakturen meist eine höhere Rendite bringen. Da sie nur geringe Stückzahlen produzieren liegt eine strenge Limitation vor, die den Wertanstieg wahrscheinlicher macht. Der Wertwachstum einer geeigneten Uhr ist relativ sicher, meist geht dies aber nicht schnell vonstatten. Aus diesem Grund ist eine Geldanlage in Sammleruhren nur für langfristig denkende Uhrenliebhaber gedacht.

Manufaktur: Die Marke ist von sehr großem Interesse. Die Reputation und Exklusivität des Herstellers ist bei dieser Art des Investments ein bedeutendes Kriterium. Manche Experten behaupten, dass gerade Uhren aus der Schweiz mehr Prestige besitzen als in Deutschland geschaffene Zeitmesser. Hersteller mit großer Expertise garantieren Investitionsgewinne, und gerade die Langfristigkeit dieser Kapitalanlage ist hierbei besonders entscheidend.

Limitation & Auflage: Es gilt natürlich: Je geringer die Auflage und je größer die Nachfrage, umso interessanter wird das Modell als Investment. Limitierungen sind ein ausschlaggebender Faktor, da sie eine explizite Stückzahlbegrenzung haben und die Exklusivität des Produkts unterstreichen. Des Weiteren sind limitierte Auflagen meist komplizierter und weisen weitere handwerkliche Attribute und Details auf, die zu einer Wertsteigerung führen können.

Das Innere: Das Uhrwerk ist ein wichtiger Indikator. Dabei gilt: je hochwertiger, desto besser. Hochwertige Materialien sind vorteilhaft, ebenso die Machart des Werkes. Feine Manufakturkaliber, die es selbst zu einer gewissen Bekanntheit gebracht haben, sind besonders hochwertig. Meist sind dies rein mechanische Uhrwerke.

Besondere Features: Von Bedeutung sind auch Komplikationsebenen und spezielle Mechanismen. Exklusive Funktionen wie ein ewiger Kalender oder eine Mondphasenanzeige unterstreichen die Exklusivität der Uhr. Verfügt die Uhr über Handwerkskunst, ist dies ein weiterer Vorteil. Das gilt ebenso für eingearbeitete Dekorationen und Details wie Gravuren, Emaillearbeiten oder weitere Goldschmiedearbeiten.

Gebrauchsspuren: Der Zustand des Zeitmessers sollte so gut wie möglich sein und ist ausschlaggebend für den Wiederverkaufswert. Dabei ist zu beachten, dass das Spektrum einer gut erhaltenen und einer exzellenten Uhr breit gestreut ist. Es macht aus diesem Grunde Sinn, den Zustand der Uhr von einem Experten beurteilen zu lassen. Daneben ist es ratsam, das wertvolle Stück von Zeit zu Zeit aus dem Tresor zu nehmen und einer Kontrolle unterziehen zu lassen. Dies sollte allerdings nur vom Hersteller selbst oder zertifizierten Vertragswerkstätten vollzogen werden, da im Schadensfall woanders sonst keine Einzelteile geliefert werden.

Papiere: Sie sollten in jedem Falle auf die Vollständigkeit der Papiere achten. Herstellerzertifikat, Originalbox inklusive Zubehör, vom Konzessionär gestempelte Garantieerklärung. Bis zu 50% Wertverfall können die Folge sein, wenn etwas fehlt.

Richtige Auswahl: Achten Sie auf zu geringe Investitionskosten, denn Rabatte können auch nach hinten losgehen: Je höher der Rabatt gegenüber der Preisempfehlung ist, desto wahrscheinlicher ist das Risiko, in einen Ladenhüter investiert zu haben.

Recherche: Es macht Sinn, die aktuellen Preislisten zu vergleichen, um ein gutes Gespür für die aktuelle Lage zu erhalten. Sich Fachwissen anzueignen lohnt sich auf jeden Fall, vor allem wenn Sie neben handwerklichen oder technischen Kenntnissen auch von einem Wissen über die Tradition und Geschichte des Unternehmens profitieren.

Wiederverkauf: Beachten sollten Sie bei einem Wiederverkauf auch, dass oft eine Gewinnmarge des Händlers von bis zu 5% fällig wird.

Material: Achten Sie auf die Verwendung edler Metalle und Materialien. Je hochwertiger das verarbeitete Material, desto wertvoller der Zeitmesser.

Résumé: Leider gibt es keine Garantie, dass sich eine Uhr als Wertanlage tatsächlich rentieren wird. Wenn ein Interesse an diesem Investment besteht, ist ein gutes Fachwissen des Marktes beste Voraussetzung für einen Erfolg. Letztendlich ist der Kauf einer Uhr natürlich von den Erwartungen des Käufers abhängig. Denn bei einer Uhr als Anlage ist klar: Sie gehört in den Safe und sollte keinesfalls getragen werden. Allzu schade bei einem schönen Zeitmesser, der die Leidenschaft und den Geschmack des Käufers trifft. Daher sollten Sie sich vorzeitig fragen, ob solch eine Uhr nicht doch zu schade ist, um nur im Schrank zu liegen. Denn eine Uhr, die man sein ganzes Leben lang trägt und noch an die nächste Generation weitergeben kann, ist vielleicht die wertvollste Investition.