Ewiger Kalender Uhr

Der "Ewige Kalender" einer Uhr

Was die begehrte Komplikation so besonders macht

Als Komplikationen bezeichnet man bei mechanischen Uhren besondere Raffinessen des Uhrwerks, die über die bloße Wiedergabe der Uhrzeit hinausgehen. Zu einer der beliebtesten und teuersten Komplikationen gehört der sogenannte "ewige Kalender". Daneben gibt es auch noch den etwas weniger aufwendigen Jahreskalender. Welche Vorteile Ihnen diese Komplikationen bringen, erfahren Sie im Folgenden.

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gewundert, warum unsere Monate eigentlich unterschiedlich lang sind - ist es nicht merkwürdig, dass manche 30 Tage und andere 31 Tage haben? Und dann ist da natürlich noch der Februar, der komplett aus der Reihe fällt und mal 28 und mal 29 Tage hat.

Dies liegt daran, dass unser Kalender sich am Sonnenjahr orientiert. Bis zum Jahr 1582 galt der Julianische Kalender, dieser verlief jedoch langsamer als der Lauf der Sonne, sodass letztendlich 10 Wochentage übersprungen werden mussten.

Kalender

Diese Situation verdeutlichte die Notwendigkeit einer Reform, welche letztendlich von der katholischen Kirche durchgesetzt wurde: Der gregorianische Kalender wurde eingeführt. Diesen benutzen wir auch heute noch und auch wenn er immer noch nicht zu 100% mit dem Sonnenjahr übereinstimmt, so ist er doch wesentlich genauer. Die Abweichungen machen Schaltjahre nötig, um dem Sonnenverlauf so nah wie möglich zu bleiben.

Da ein Jahr 365 Tage hat, ergibt sich bei 12 Monaten eine durchschnittliche Monatslänge von ca. 30.5 Tagen, so dass eben einige Monate 31 und andere 30 Tage lang sein müssen, um dem Kreislauf der Erde um die Sonne zu entsprechen. Dass der Februar nur 28 Tage hat, liegt übrigens daran, dass dieser Monat bei den Römern der letzte Monat des Jahres war und alle Resttage eines Jahres reingefallen sind.

Höchste Konzentration und Finesse

Die Zeit verstreicht in einem regelmäßigen Rhythmus, Sekunde für Sekunde tickt sie dahin. Darum ist auch das Uhrwerk auf Regelmäßigkeiten ausgerichtet und folgt dem Takt der Zeit. Die Unregelmäßigkeiten in unserem Kalender stellen daher eine Herausforderung für das Uhrwerk dar. Denn ein Kalender muss nicht nur dazu fähig sein, die Monatslänge von 28, 30 und 31 Tagen zu berücksichtigen - alle 4 Jahre muss es außerdem den Februar mit 29 Tagen angeben können.

1925 gelang es erstmals dieses Kunststück zu vollbringen und auch heute noch zählen Uhren mit einem ewigen Kalender zur Königsklasse der Uhrmacherkunst. Um diese Zeitmesser zusammenzubauen verlangt es höchste Konzentration und Finesse. Kein Wunder also, dass nur die talentiertesten Uhrmacher diese Uhren erschaffen können.

Was muss man bei dieser Komplikation beachten?

Man unterscheidet außerdem zwischen Uhren mit ewigem Kalender und Uhren mit Jahreskalender. Bei den letzteren muss der 29. Februar manuell eingestellt werden, es ist also in jedem Schaltjahr eine Korrektur notwendig. Datenanzeigen gibt es übrigens in vielen Variationen: Manche Uhren zeigen nur den Kalender- und Wochentag an, andere Zeigen auch den Monat.

Unser Tipp für Sie: Da es sich bei einem ewigen Kalender um eine äußerst komplizierte technische Komplikation handelt, sind bei der Einstellung der Uhr einige Dinge zu beachten: Verstellen Sie das Datum niemals zwischen 23:00 und 1:00. Aufgrund der komplizierten Vorgänge im Inneren der Uhr, beginnt das Uhrwerk oft schon gegen 23:00 mit dem Wechsel des Datums. Idealerweise stellen Sie das Datum ein, wenn die Zeiger auf der 6 Uhr Position stehen. Außerdem sollten Sie das Datum niemals rückwärts stellen, da dies den Mechanismus zerstören kann. Sollten Sie sich also für eine Geschäftsreise im Ausland aufhalten oder Ihren Urlaub in einer anderen Zeitzone verbringen, sollten Sie diese Hinweise beachten.