Die Farbe von Edelsteinen

Die physikalische Erklärung

Neben der dekorativen Wirkung werden den Farben von Edelsteinen zuweilen gar übernatürliche Kräfte nachgesagt. So stehen die unterschiedlichen Edelsteine mit ihren vielfältigen Farben für bestimmte, heilende Wirkungen auf den menschlichen Körper. Daran kann man glauben oder nicht - fest steht, dass der Ursprung für die Tönung der edlen Steine auf eine ganz und gar wissenschaftliche Weise erklärt werden kann.

Dazu sollte man sich zunächst einmal darüber im Klaren sein, warum wir überhaupt Farben wahrnehmen können. Wenn Lichtwellen auf einen Gegenstand fallen, reflektiert dieser nur bestimmte Farbspektren. Ein blauer Edelstein reflektiert beispielsweise die blauen Lichtwellen von seiner Oberflächen, absorbiert hingegen die entsprechende Kompensativfarbe im Gelb- bis Rotbereich, sodass diese Lichtwellen nicht reflektiert werden. Ein Gegenstand, der alle Lichtwellen absorbieren würde, würde komplett schwarz wirken. Unser Auge nimmt diese (reflektierten) Lichtwellen durch Sinneszellen im Auge, den sogenannten “Zapfen”, auf und leitet die Reize an unser neuronales System weiter, das die Reize in Farbe umwandelt. Menschen können übrigens nur Farben in einem Spektrum von ungefähr 390nm (violett) bis 700nm (dunkelrot) wahrnehmen. Es gibt allerdings viele Tierarten, die weitere Farben sehen können.

Edelsteinfarbe

Entscheidender Faktor ist also die Beschaffenheit eines Edelsteins und welche Lichtwellen er absorbiert, beziehungsweise welche er wieder reflektiert. Hierbei unterscheidet man zwischen eigengefärbten (idiochromatischen) Steinen, bei denen die Farbe durch die Mineralienstruktur selbst entsteht und fremdgefärbten (allochromatischen) Edelsteinen, bei denen durch Einschlüsse von Fremdstoffen die Farbe entsteht. Ein Rosenquarz ist beispielsweise nichts anderes als einfache Kieselsäure (Quarz), in deren Kristallstruktur Phosphor- oder Titanionen eingelagert sind, die dem Rosenquarz letztlich die Färbung verleihen.

Jedes Atom oder Ion, das als Fremd- oder Eigenstoff in den Edelsteinen eingelagert ist, ist von Elektronen umgeben. Trifft auf diese Elektronen Licht, entsteht Energie, die die Elektronen als Licht wieder abgeben. Dabei geben unterschiedlich beschaffene Ionen unterschiedliche Lichtwellen ab. Ein dreifach positiv geladenes Eisenion (plus drei positiv geladene Elektronen an dem Ion) erzeugt zum Beispiel die gelbe Farbe eines Beryllsteines. Ein zweifach positives geladenes Eisenion erzeugt hingegen die die blaue Färbung eines seltenen Aquamarins. Auch infolge von radioaktiver Strahlung kann sich die Farbe von Edelsteinen ändern. Die Farbe des Rauchquarzes etwa ist das Ergebnis radioaktiver Strahlung. Des Weiteren kann man aus einem Amethyst einen Citrin oder Prasiolithstein herstellen, wenn der Amethyst auf über 450°C, bzw. auf über 750°C erhitzt wird.

Atommodell