• Von Rotgold, Weißgold und mehr...

Legierungen, Feingehalt und Oberflächen

Für jemanden, der nicht im Metier arbeitet ist der Unterschied zwischen 333er Gold und 999er Gold nicht auf Anhieb zu verstehen oder die Bedeutung einer Rhodinierung unklar. Hier können Sie sich leicht verständlich Expertenwissen aneignen!

Legierungen

Was ist eine Legierung?

Ein Schmuckstück ist in den seltensten Fällen aus nur einem Metall gefertigt. Gold ist in seiner reinen Form sehr weich, Silber sehr empfindlich. Daher verbindet man in einer Legierung die unterschiedlichen Eigenschaften von Edelmetallen miteinander.

Aus Gold, Silber und Platin lassen sich in Kombination mit Kupfer oder anderen Metallen unterschiedliche Legierungen erzeugen. Diese haben den Vorteil, dass sie unterschiedliche Härten und Farbvarianten ermöglichen, sowie das Material strecken und damit eine günstigere Herstellung ermöglichen.

Gold findet in den verschiedenen Farblegierungen Rotgold/Roségold, Gelbgold, Weißgold, Graugold und Grüngold, sowie in einer Titan-Gold-Legierung Verwendung. Silber wird häufig mit Kupfer legiert. Die Legierung mit 925 Tausendstel Silber und 75 Anteilen Kupfer ist auch als Sterlingsilber bekannt. Platin wird ebenfalls gerne mit Kupfer legiert, Juwelierplatin besteht aus ca. 96% reinem Platin und 4 % reinem Kupfer.

Eine Legierung erzeugt ein neues Metall mit spezifischen Eigenschaften. Auch reagiert jede Legierung im Kontakt mit Säuren und Laugen anders. So ist Sterlingsilber zum Beispiel wesentlich härter als reines Silber und hat eine leicht rötliche Färbung.

Feingehalt und Karat - Was ist der Unterschied?

Karat, diese Einheit kennt man von Diamanten. Doch während sie bei Diamanten das Gesamtgewicht bezeichnet, gibt Karat bei Gold nur den Goldanteil in einer Legierung an. 24 Karat stellt die höchste Maßeinheit dar, 1 Karat entspricht demnach einem Goldanteil von 4,167 %. Eine alternative Maßeinheit zum Karat ist der Feingehalt. Diese Maßeinheit in Promille wird auch für Silber und Platin verwendet. Eine höhere Reinheit als 999,9‰ ist im Handel allerdings nicht verfügbar, da die Gewinnung von reinstem Edelmetall einen zu hohen Aufwand erfordert. Für Goldschmuck finden Feingehalte zwischen 333 und 999 bzw. zwischen 8 und 24 Karat Verwendung. Silberschmuck hat üblicherweise Feingehalte zwischen 625 und 999. Platin wird meist nur in einem sehr hohen Feingehalt von 950 zu Schmuck verarbeitet, daher nennt man 960er Platin auch Juwelierplatin. Bei Schmuck darf man den Feingehalt nur mit einem speziellen Feingehaltsstempel oder einem Silberstempel einprägen.

Oberflächenveredlungen

Oberflächen-Veredlungen - von mattiert bis rhodiniert

Ob ein Schmuckstück auffallend glänzt oder eine dezente matte Optik hat, hängt von der Oberflächenveredlung ab. Bei der Verarbeitung von Gold, Silber und Platin können verschiedene Oberflächen erzeugt werden, die ein Schmuckstück noch zusätzlich veredeln - hierzu zählen die Politur, die Mattierung und die Rhodinierung.

Sehr beliebt sind polierte Edelmetalle - insbesondere in Kombination mit Diamanten. Hierbei wird das Schmuckstück mechanisch geglättet, sodass das ohnehin glänzende Material eine spiegelnde Oberfläche erhält. Nach und nach bildet sich auf einem polierten Schmuckstück eine Patina, die ihren ganz eigenen Reiz besitzt.

Konträr hierzu kann auch eine mattierte Oberfläche durch mechanisches Schleifen, durch chemische Pigmente oder durch Strahlung erzeugt werden. Mattierter Schmuck wirkt dezenter und lässt sich ebenfalls kontrastreich mit glänzenden Diamanten kombinieren. Zudem macht die Mattierung den Schmuck robuster gegenüber Tragespuren. Auch mattierter Schmuck bildet eine Patina.

Eine dritte Option ist die Rhodinierung. Hierbei wird das Schmuckstück mit dem Platinmetall Rhodium überzogen, sodass eine sehr robuste Oberfläche entsteht. Rhodinierter Silberschmuck hat den Vorteil, dass er weniger stark anläuft. Er wirkt jedoch kühler als reines Silber. Häufiger wird Weißgold rhodiniert, da hierdurch eine reines, silberähnliches Weiß erzeugt werden kann, das sich zudem als kratzfester im Gegensatz zu unbeschichtetem Weißgold erweist.