Was ist Plexiglas?

Polymethylmethacrylat - umgangssprachlich auch Plexi- oder Acrylglas genannt, gehört zu den am häufigsten verwendeten Werkstoffen in der Industrie. Über den Fahrzeugbau bis hin zur Fertigung hochmoderner medizinischer Werkzeuge wird Polymethylmethacrylat - kurz PMMA - hochgeschätzt. Hergestellt wird das Material aus Methylmethacrylat, einer farblosen Flüssigkeit, die sich unter Hinzugabe anderer Stoffe und Licht und Wärme verfestigt.

Erfunden wurde PMMA in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in Europa. Zu den Pionieren in der Entwicklung gehörte der deutsche Chemiker Walter Bauer. Otto Röhm brachte das Produkt 1933 schließlich zur Marktreife und meldete es unter dem Namen “Plexiglas” offiziell an. Noch bis heute wird dieser Markenname fast synonymhaft für PMMA verwendet. Andere Namen sind Acrylglas oder die aus der DDR stammende Bezeichnung O-Glas.

Im nächsten Abschnitt erfahren Sie alles über die Für und Wider von Plexiglas bei Uhren.

Plexiglas bei Uhren

Vor- und Nachteile als Uhrenglas

In der Uhrenbranche hängt Plexiglas oft der Ruf nach, schnell zu zerkratzen. Doch zerkratzt Plexiglas wirklich schneller als Mineral- oder Saphirglas? Aufgrund der geringeren Härte erleiden Uhrengläser aus Acrylgas tatsächlich schneller Kratzer. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Plexiglas zwangsläufig zerkratzen wird.

Saphirglas gehört nach Diamant zu den härtesten Stoffen und kann auch nur von härteren Stoffen zerkratzt werden. Plexiglas ist zwar weicher als Saphir, jedoch auch härter als viele andere Stoffe. Zudem müsste ein härterer Stoff eine entsprechend kantige Oberfläche aufweisen, mit der man andere Gegenstände zerkratzen kann.

Sollte Plexiglas mal einen Kratzer erleiden, lässt sich dieser im Vergleich zu Mineral- oder Saphirgläsern wieder einfacher entfernen. Leichte Polituren kann man dabei sogar selbst vornehmen, zum Beispiel mit speziellen Acrylglas-Poliermitteln aus dem Internet. Auch eine professionelle Politur beim Uhrmacher ist in der Regel günstiger. Sollte ein Uhrenglas mal gänzlich ersetzt werden müssen, ist dies aufgrund der niedrigeren Produktionskosten bei Plexiglas wesentlich günstiger.

Verleiht der Uhr ein unvergleichliches Bild

Die geringere Dichte von Plexiglas bringt auch einen entscheidenden Vorteil mit sich: Licht kann besser durch den Stoff dringen. So weist das Uhrenglas weniger Spiegelungen auf, als dies etwa bei Saphirglas der Fall ist. Kostenintensive Entspiegelungen der Gläser werden somit obsolet.

Ein weiterer Vorteil von Plexiglas ist die Bruchsicherheit. Es ist flexibler als andere Uhrengläser und somit unempfindlich gegen Stoß- und Druckkräfte. Fällt die Uhr einmal hin, muss man sich also keine Sorgen machen, dass das Glas springen könnte. Auch für Uhren-Nostalgiker gibt es Grund zur Freude: Durch die Flexibilität von Plexiglas sind Wölbungen des Uhrenglases möglich. Bei Saphirglas geht dies nur unter einem hohen, oft unökonomischen Aufwand.

Wer schon mal eine Uhr mit Plexiglas in der Hand hatte, wird festgestellt haben, dass das Zifferblatt durch die spezifischen optischen Eigenschaften von Plexiglas einen ganz eigenen Charakter erhält. Betrachter beschreiben die Ausstrahlung oft als warm und unverfälscht. Welches Uhrenglas man bevorzugt, hängt schlussendlich nur von den individuellen Vorlieben des Interessenten ab. Das kratzresistente Saphirglas oder das bruchsichere Plexiglas, das mit einer eigenen Optik und einem günstigen Unterhalt punktet.

Plexiglas Uhren Tabelle