Entstehung und Klassifizierung von Edelsteinen

Wenn wir das Wort Mineral hören, denken wir nicht unbedingt direkt an Edelsteine. Doch sind diese nichts anderes als besonders seltene und edle Minerale: Von den ca. 5000 verschiedenen Mineralen werden nur 100 zu den Edelsteinen gezählt. Selbst diese werden nicht zwangsläufig zu Edelsteinen – es müssen besondere Bedingungen vorliegen, um die wertvollen Steine entstehen zu lassen. Hier spielen hoher Druck und hohe Temperaturen eine elementare Rolle.

Vor drei bis zehn Millionen Jahren sind Edelsteine im Erdinneren entstanden. Hier gibt es drei verschiedene Gesteinsarten, aus denen Edelsteine entstanden sind. Einige Edelsteine sind sogar bis zu 4,5 Milliarden Jahre alt.

Eruptivgestein: Dies ist die Entstehung eines Edelsteins aus flüssigem Magma. Der Abkühlungsort ist entscheidend für die Art des entstehenden Steines. Entsteht der Edelstein unter der Erde im Magma spricht man von einem Plutonit, wird er bei einem Vulkanausbruch geformt wird er als Vulkanit bezeichnet und wird er in unterirdischen Gängen gebildet handelt es sich um ein Ganggestein. Zu den aus Eruptivgesteinen entstandenen Edelsteinen zählen zum Beispiel Granit, Obsidian und Peridotit.

Magma Edelstein

Sedimentgestein: Dieses Gestein entsteht durch die Ablagerung von Sedimenten oder den Prozess der Verwitterung. Verschiedene Faktoren, wie zum Beispiel Wind und Wetter, Wasser und darin enthaltende Säuren, biologische Organismen, Ausschwemmung und Inkohlung, sorgen für die Verwitterung des Gesteins. Aus Sedimentgestein entstehen zum Beispiel Jaspis, Onyx und Marmor. Auch Azurit, Malachit, verschiedene Opale und Türkis entstehen durch sekundäre Mineralbildung.

Metamorphes Gestein: Hier wird ein physikalischer Wandlungsprozess aufgrund hohen Drucks oder hoher Temperatur eingeleitet. Dies geschieht zum Beispiel durch den Kontakt von bereits vorhandenem Gestein mit Magma, hohen Druck durch die Überlagerung von Gesteinsschichten oder die Verschiebung von Gestein. So entstehen zum Beispiel Jade, Smaragd, Granat und Lapislazuli.

Diese drei verschiedenen Gesteinsarten bilden die Grundlage für die Entstehung der Edelsteine, doch weitere Prozesse sind notwendig, um deren Bildung abzuschließen. Aufgrund verschiedener Einflüsse entsteht so die Vielfalt der Steine, die uns so sehr fasziniert. Auch heute noch werden Edelsteine im Erdinneren gebildet – es handelt sich hier jedoch um einen langjährigen Prozess und es kann mehrere Millionen Jahre dauern, bis die Steine an die Erdoberfläche gelangen.

Wie findet man Edelsteine?

Im Altertum wurden Edelsteine generell nur entdeckt, wenn sie nah an der Erdoberfläche lagen. Auch heute noch ist eine gehörige Portion Glück nötig, um sie zu entdecken. Der Abbau von farbigen Edelsteinen ist bis auf die Mechanisierung immer noch vergleichbar mit dem Abbau vor 1000 Jahren. Einen Ort an dem Edelsteine vorkommen bezeichnet man als Lagerstätte, sobald der Abbau beginnt spricht man von einer Mine.

Am häufigsten gewinnt man die Steine durch den Alluvialabbau: Durch Erosion des Muttergesteins bilden sich Sekundärlagerstätten. Die Edelsteine sind in Sedimentablagerungen enthalten und man such vor allem in Flussbetten, am Meeresboden und unter der Erdoberfläche. Die geförderte Erde wird gesiebt oder gewaschen und so kommen die Steine zum Vorschein.

Wo findet man Edelsteine?

Verschiedene Arten kommen in verschiedenen Regionen vor. Lagerstätten weisen normalerweise eine Anhäufung einer bestimmten Edelsteinart auf. Primäre Lagerstätten sind Orte, an denen die Steine gebildet wurden, während sekundäre Lagerstätten Fundstellen sind, an die sie durch Transport gelangt sind. Edelsteine kommen auf jedem Kontinent vor, wobei bestimmte Kontinente ein besonders großes Vorkommen von bestimmten Arten haben.

Opal: 95% aller Opale werden in Australien abgebaut. Im sogenannten artesischen Becken gibt es große Lagerstätten, da es sich um einen ausgetrockneten Ozean handelt, der Kieselsäure hinterlassen hat. Aus dieser entstand der Stein im Laufe der Zeit.

Achat: Dieser Stein ist ebenfalls aus Kieselsäure entstanden. In Deutschland gab es ein großes Vorkommen in Idar-Oberstein, diese Minen sind jedoch bereits erschöpft. Heutzutage findet man Achat in Tschechien, Australien, Uruguay und Brasilien.

Diamant: Diamanten werden größtenteils in Australien und Afrika gefunden. Auch in Russland, China und Nordamerika gibt es Lagerstätten.

Jade: Jade gibt es in Kalifornien, Myanmar, Kanada und Japan. Auch in Süddeutschland wurde Jade gefunden.

Onyx: Dieser Stein gehört zu den Quarzen und ist äußerst selten. Er wird vor allem im Jemen, Brasilien, Pakistan und Madagaskar gefunden. Onyx ist kaum noch zu finden und wird deswegen oft nachgeahmt.

Bernstein: Deutschland ist für den gold-gelben Bernstein bekannt, er kommt allerdings in verschiedenen Farben vor. So gibt es in der Dominikanischen Republik zum Beispiel ein hohes Vorkommen von blauem Bernstein. Abgebaut wird er außerdem in Myanmar, Mexiko, Japan und Polen.

Saphir: Bis vor einiger Zeit waren Indien und Sri Lanka die bedeutendsten Fundorte. Heute sind es Australien, die USA, Madagaskar und Nigeria. Saphire sind äußerst selten und kommen nur in wenigen Gebieten vor.

Obwohl Edelsteine immer noch entstehen, ist ihre Menge nicht unendlich. Besonders um Diamanten werden sogar Kriege geführt, es ist darum besonders wichtig, sich immer über die Herkunft des Steins bewusst zu sein und diese moralisch zu hinterfragen.