Die Entstehung von Gold: Schmuck aus dem All

Gold

Schon seit Jahrtausenden benutzen die Menschen Gold als schmückendes Element, sei es bei kulturellen Anlässen, als Grabbeigabe oder als modisches Accessoire. Das schimmernde Metall hatte schon immer eine besondere Wirkung auf uns. Kein Wunder also, dass Alchemisten im Mittelalter den Versuch unternahmen, das seltene Edelmetall künstlich zu erzeugen. Die Versuche blieben jedoch ohne Erfolg. Auch darauf zu hoffen, dass unsere Erde einfach mehr Gold “produzieren” kann, wäre aussichtslos. Denn mittlerweile steht eines fest: Gold entsteht nicht durch natürliche Prozesse im Erdinneren. Doch woher kommt das edle Metall, das uns so sehr fasziniert?

Hierzu gibt es momentan zwei Theorien, die jedoch beide noch nicht endgültig belegt sind. Auch wenn die Theorie um die Kollision zweier Neutronensternen nach dem wissenschaftlichen Stand der Dinge wohl als sehr wahrscheinlich erscheint. Eins steht jedoch fest: Gold, dieses fast schon magisch schimmernde Metall mit der einzigartigen Farbe hat keinen irdischen Ursprung. Zwar ist es mittlerweile möglich mit Hilfe von Teilchenbeschleunigern aus Platin Gold herzustellen, dies jedoch nur unter hohem, unwirtschaftlichem Aufwand. Die Ressourcen auf unsere Erde sind begrenzt, was das Edelmetall noch wertvoller macht. Und der Fakt, dass man mit einem Goldschmuckstück ein Teil des Universums und eines Sternes aus einer anderen Galaxie am Körper trägt, macht es eigentlich viel zu Schade, Gold in verschlossenen Banktresoren zu lagern.

Die Supernova-Theorie

Am Ende seines Lebens explodiert ein Stern und leuchtet kurzzeitig auf. Dieses Ableben wird als Supernova bezeichnet. Was am Ende der Supernova von dem Stern noch übrig bleibt, hängt von der Klassifizierung und der spezifischen Zusammensetzung des Sterns ab. Manche Sterne schleudern ihre restlichen Teile ins All hinaus und zerfallen dann zu einem schwarzen Loch, andere bleiben hingegen als weißer Zwerg oder auch als Neutronenstern weiter “am Leben”.

Bei einer Supernova herrschen für die einzelnen Elemente extreme Bedingungen. Hierbei nehmen Atome in kürzester Zeit viele Neutronen auf, stoßen sie wieder ab und zerfallen. Ein Atomkern besteht aus Neutronen und Protonen, wobei die Anzahl der Protonen die Ordnungszahl bestimmt und somit, um welches chemische Element es sich handelt. Ein Kohlenstoffatom weist beispielsweise sechs Protonen auf und Gold 79.

Gold Weltall

Die Neutronensternenkollisions-Theorie

Eine andere und neuere Theorie ist, dass Gold entsteht, wenn zwei Neutronensterne miteinander kollidieren. Auch hier herrschen extreme Bedingungen, die Ursprung für die Entstehung schwerer Elemente wie Gold sein können. Ein Neutronenstern ist das Überbleibsel einer Supernova. Diese Sternenüberreste verfügen über eine extrem hohe Dichte. Bei einem Durchmesser von gerade einmal 20 Kilometern kann ein Neutronenstern bis zu zweimal so viel Masse haben wie unsere Sonne. Zum Vergleich: Die Erde hat einen Durchmesser von 12.700 Kilometern und passt über 100 mal in die Sonne hinein.

Ein Neutronenstern ist nicht nur sehr dicht, er hat auch noch andere extreme Eigenschaften, wie etwa eine starke magnetische Wirkung. Nach der Neutronensternenkollisions-Theorie entsteht ein Gammablitz, wenn zwei Neutronensterne kollidieren. Während solch eines Blitzes, der keine zwei Sekunden andauert, wird mehr Energie freigesetzt, als unsere Sonne während ihrer gesamten Lebenszeit produzieren wird.

Anstoß und Beleg für diese Theorie war für viele Wissenschaftler die scheinbare Beobachtung eines Gammablitzes im Juni 2013, der ca. 3,9 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt war - was für “kosmische Verhältnisse” nicht sehr weit weg ist. Forscher vermuten als Ursprung des Gammablitzes die Kollision zweier Neutronensterne, wobei geschätzt wird, das Goldmassen ins All geschleudert wurden, die etwa die zehnfache Masse unseres Mondes betragen.

Atommodell

Aufgrund der bereits erwähnten extremen Bedingungen bei einer Supernova, unternehmen die einzelnen Elemente sprichwörtlich eine wahre Reise durch das Periodensystem. Nur unter diesen Umständen kann die entsprechende Konstellation für Gold entstehen. Während der Explosion wird das Gold ins All hinausgeschleudert und kann beispielsweise durch einen Meteoritenregen auf die Erde gelangen. Da Gold sehr schwer ist, lagert es sich mit der Zeit im Erdkern ab und gelangt durch Vulkanausbrüche wieder an die Oberfläche. Diese Theorie lässt sich übrigens auf alle Elemente, die schwerer sind als Eisen, extrapolieren, da nur bei einer Supernova Kräfte herrschen, die diese schweren Elemente entstehen lassen können.