Bewertung von Diamanten

Die vier C's

Den Wert eines Diamanten richtig einschätzen zu können, kann sich rentieren. Für den wohl bislang teuersten Diamanten, den "Pink Star", der im Rohzustand über 100 Karat wog und geschliffen noch fast 60, gingen bei einer Auktion 62 Millionen Euro über die Ladentheke. Ein weiterer kostbarer Stein ist der berühmt berüchtigte "Blue Hope", der im National Museum of Natural History in Washington D.C. zu sehen ist und dessen Wert auf 200 Millionen Dollar geschätzt wird.

Den Wert eines Diamanten ermittelt man mit Hilfe der vier C's: Carat, Clarity, Colour und Cut. Sollten Sie also mal in den Genuss kommen, am Fuße eines Vulkans oder am Bette eines Flusses einen Diamanten zu finden, können Sie anhand dieser Merkmale den Wert Ihres Fundes bestimmen.

Carat Weight (Masse in Karat)

Das Gewicht von Diamanten wird in Karat angegeben. Hierbei entspricht ein Karat exakt 0,2 Gramm. Um möglichst genaue Gewichtsangaben zu machen, wird die Masse der Steine nicht aufgerundet. Der Name leitet sich ursprünglich von den Samen des Johannesbrotbaumes ab, die aufgrund ihrer regelmäßigen Größe als Gewichtseinheit verwendet wurden. Je höher die Karat-Zahl, desto wertvoller ist ein Diamant. Ein Diamant mit zwei Karat ist außerdem mehr wert, als zwei Diamanten mit einem Karat. Der schwerste jemals gefundene Diamant ist der "Cullinan", der 1905 in Südafrika gefunden wurde und im Rohzustand 3106,75 Karat (621,35 g) wog.

Karat

Clarity (Reinheit)

Die Reinheit eines Diamanten hängt davon ab, wie gut das Licht den Diamanten durchdringen kann. Diamanten haben sogenannte „Einschlüsse“: Dies sind natürliche Merkmale, die sowohl fest, flüssig, als auch gasförmig sein können. Ein vollkommen reiner Diamant existiert nicht, da man bei sehr starker Vergrößerung immer Einschlüsse finden wird. Darum hat man sich darauf geeinigt, einen Diamanten, bei dem ein Experte bei 10-facher Vergrößerung keine Makel erkennen kann, als „flawless“, also als „fehlerlos“ zu bezeichnen. Die Reinheit eines Diamanten wird in verschiedene Kategorien unterteilt, die die Häufigkeit der Einschlüsse beschreiben.

Die Reinheitsskala legt verschiedene Stufen fest:

  • fl (flawless) - auch bei 10-facher Vergrößerung ist der Diamant lupenrein, es sind keine Einschlüsse oder äußere Fehler zu erkennen
  • if (internally flawless) - der Diamant ist bis auf mögliche Oberflächenspuren lupenrein
  • vvs1 - vvs2 (very very small inclusions - Einschlüsse sind auch bei 10-facher Vergrößerung nur sehr schwer zu erkennen
  • vs1 - vs2 (very small inclusions) - Einschlüsse sind nur schwer zu erkennen
  • si1 - si2 (small inclusions) - Einschlüsse sind bei 10-facher Vergrößerung leicht zu erkennen

Reinheit von Diamanten

Colour (Farbe):

Nicht zu verwechseln mit der Reinheit eines Diamanten ist die Farbe des Steines. Farbige Diamanten, sogenannte "Fancy Diamonds", sind zwar in einem Ton gehalten, ihre innere Struktur kann trotzdem absolut rein, also flawless sein. Reine, farbige Diamanten gehören zu den begehrtesten Steinen. Neben diesen werden auch die farblosen Diamanten in verschiedene Farben unterteilt. Hierbei ist der Stein am wertvollsten, der am reinsten in seiner Farbe ist – also keine Makel, Risse, Kratzer und anderweitige Farbspuren aufweist.

Die verschiedenen Kategorien der farblosen Diamanten werden folgendermaßen eingeteilt:

  • D - hochfeines Weiß +
  • E - hochfeines Weiß
  • F - feines Weiß +
  • G - feines Weiß
  • H - Weiß
  • I & J - leicht getöntes Weiß
  • K & L - getöntes Weiß
  • M - Z - getönt (von cape bis gelb)
Farben

Cut (Schliff):

Der Schliff eines Diamanten bestimmt über seine Brillanz und sein Feuer. Brillanz meint dabei die Reflexion des Lichtes und das Feuer die Brechung des Lichtes in seine einzelne Regenbogenfarben. Beim Schleifen des Diamanten sind seine Proportionen in ein perfektes Verhältnis zueinander zu bringen, damit alle Eigenschaften sich perfekt entfalten können. Bei einem ideal geschliffenen Diamanten, der weder zu dick noch zu schmal ist, wird das einfallende Licht komplett wiedergegeben – dies nennt man Totalreflektion. Daher wird die Brillanz eines Diamanten in vier Klassen eingeteilt – von sehr gut bis gering.

Erfahren Sie hier mehr über den Schliff eines Diamanten

Schliff von Brillanten